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< Interview mit John Lorent, Präsident des CIGL Kayl
01/06/11 Auteur : Harry Schüler

Interview mit John Lorent, Präsident des CIGL Kayl


Herr Lorent, was verstehen Sie unter Solidarwirtschaft?

Unser CIGL ist ein Musterbeispiel für die Solidarwirtschaft, die ein spezifisches Standbein der Ökonomie ist. Wir schaffen in erster Linie einen Mehrwert für unsere Bürger und somit natürlich auch für unsere Gemeinde, die im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sehr erprobt ist und von ihren sehr erfolgreichen Erfahrungen in den 30er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts profitiert. So ist z. B. der Park in Tetange durch unsere Initiative in den 30er Jahren geschaffen worden. Mit unserem CIGL funken wir auch den Privatunternehmen nicht dazwischen, denn wir führen Arbeiten aus, die die gewinnorientierte Privatwirtschaft nicht abdeckt. Die Zahl unserer Mitarbeiter hat sich in den letzten 3 Jahren verdreifacht; momentan beschäftigen wir 29 Leute. Unser CIGL ist nicht nur sehr gut bekannt, sondern auch sehr gut anerkannt in der Gemeinde. Unser solidarwirtschaftlicher Nachbarschaftsdienst „Kleng Arbecht“ etwa bietet für Bürger ab dem 60. Lebensjahr sowie für hilfsbedürftige Personen Leistungen im und rund ums Haus an, beispielsweise das Schneeräumen oder die Beseitigung von Abflussverstopfungen.

Ein Engagement in der Politik ist abwechslungsreich und fordernd.
Was hat Sie dazu bewegt, sich politisch einzubringen?

Das war das Projekt „Minier Huttbierg“, das mich von Anfang an fasziniert und inspiriert hat und schließlich den Ausschlag für meinen Parteieintritt in die LSAP gegeben hat. Der frühere Tagebau hier hat unsere Region ja enorm geprägt.

Sie sind politisch tätig und engagieren sich zusätzlich sehr im CIGL.
Welche Gründe und Anlässe gibt es hierfür?

Das ist von der LSAP eingeleitet worden. Unser CIGL ist anfangs etwas schwerfällig angelaufen, heute dagegen läuft alles reibungslos. Wir arbeiten sehr eng und sehr gut mit der Gemeinde zusammen, besprechen mit ihr alle Arbeitszuteilungen und lassen die Arbeiten von ihr auch absegnen.

Welche Wünsche haben Sie für die künftige Entwicklung der Solidarwirtschaft im lokalen Rahmen?

Unsere Gemeinde hat OPE und somit unserem CIGL in Kayl und in Tetange Büroräume zur Verfügung gestellt. Wir wollen für unser CIGL aber lieber eigene neue Gebäude bauen. Zudem möchten wir einen Lehrgarten einrichten, ähnlich dem „Kalendula“-Garten in Altwies, und damit Klein und Groß die Pflanzenwelt näherbringen. Des Weiteren steht eine Zuchtanlage für die Kleintierzüchter auf unserem Programm sowie der Bau eines Gebäudes, welches u. a. zur Lagerung der Ausrüstung für die Grillanlagen unserer Vereine dienen soll. Unser CIGL ist dann für die Verwaltung dieser Anlagen zuständig. Beim Grillen werden ja auch Gasflaschen benötigt, und das CIGL soll Ausgabe und Rückgabe dieser Flaschen verwalten und sie fachgerecht lagern. Außerdem wollen wir für unseren Hundesportclub ein normengerechtes Gelände einrichten, und zwar mit allem, was dazugehört.

Wie sehen Sie die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten der Solidarwirtschaft auf nationaler Ebene?

Hier habe ich eigentlich nur einen Wunsch, nämlich dass die Vergabe von unbefristeten Arbeitsverträgen (CDIs) erleichtert wird. Momentan können wir ja nur Verträge für maximal 2 Jahre vergeben. Zumindest für einige Schlüsselpositionen wäre es hier wünschenswert, die gesetzlichen Regelungen etwas anders zu gestalten.


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